Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge

Sehr geehrte Leser und Unterstützer, liebe Freunde und Mitstreiter,

das Krebsfrüherkennungsregistergesetz (KFRG) ist nun seit 1. Juli in Kraft. Damit erfolgt ein Paradigmenwechsel weg vom opportunistischen Darmkrebsscreening hin zu einem persönlichen Einladungsverfahren. Das Besondere: Männer haben bereits mit 50 Jahren ein Anrecht auf eine Vorsorge-Darmspiegelung. Auch das KFRG löst die Probleme der öffentlichen Wahrnehmung nicht. Von daher wird die Stiftung LebensBlicke auch weiterhin das Ziel verfolgen, über Flyer, Veranstaltungen, Videoclips und über die mediale Öffentlichkeit Chancen und Risiken der Darmkrebsfrüherkennung anzusprechen, zur Teilnahme am Screening zu motivieren und über Kontroversen im Umfeld der Darmkrebsprävention zu berichten.

Dear international users
, we appreciate very much your continuous visit of our website. Apparently our news are of great interest and value for you. The Foundation works on an honorary basis and is therefore reliant on donations. What about you?

In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön für Ihr Interesse
Ihr Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke



Traditionelle serratierte Adenome – Charakteristika

Traditionelle serratierte Adenome (TSA) sind selten; sie haben ein malignes Potential. Eine koreanische Arbeitsgruppe hat in ihrem Krankengut bei 31.192 Gesunden, die zur Vorsorge-Koloskopie gekommen waren, untersucht, wie häufig TSA sind, welche Risikofaktoren bestehen. Sie haben damit synchrone konventionelle Adenome verglichen. Ergebnis: TSA wurden in 0,4% und konventionelle Adenome in 34,1% diagnostiziert. Mögliche Risikofaktoren waren Alter über 50, Hochdruck und Rauchen. Die synchron vorkommenden Adenome zeigten in der Regel fortgeschrittenere Veränderungen im Vergleich zu Adenomen ohne synchrone TSA. Zukünftige Studien müssen klären, ob sich daraus neue Ansätze für die Überwacxhungsstrategie ergeben. (Gastrointest Endosc 2019; 90:636-646)

Online-Dialog der Nationalen Dekade gegen Krebs

Noch bis zum 15. Dezember 2019 findet der Online-Dialog der Nationalen Dekade gegen Krebs statt. Unter dialog.dekade-gegen-krebs.de können sich Bürgerinnen und Bürger, Angehörige, Fachpersonal, Forscherinnen und Forscher sowie NGOs, Stiftungen und Vereine in jeweils eigene Kanäle einloggen und ihre persönlichen Erfahrungen, Wünsche, Erwartungen und Fragen zur Krebsforschung einbringen. Mit der Nationalen Dekade gegen Krebs haben sich auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) viele Akteure in einem auf zehn Jahre angelegten Bündnis zusammengeschlossen. Mit dieser bisher einmaligen Initiative wollen sie gemeinsam die Krebsforschung stärken und dabei die Patientinnen und Patienten noch enger einbinden, um ihnen bessere Perspektiven zu eröffnen.

Bei Divertikulitis auch an Darmkrebs denken

In einer jüngst veröffentlichten  Meta-Analyse von Jeremy Meyer et al. (Clin Gastroenterol Hepatol 2019) wurde das Risiko für Darmkrebs bei Patienten mit akuter Divertikulitis untersucht. In die Datensammlung wurden 31 Studien mit insgesamt 50.445 Patienten für die Auswertung einbezogen. Das Ergebnis überraschte: Generell war die Darmkrebs-Prävalenz bei Patienten mit einer akuten unkomplizierten Divertikulitis um 1,3 % erhöht, bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Divertikulitis lag die Rate sogar bei 7,9 %. Professor Layer vom Israelitischen Krankenhaus in Hamburg fasste die Konsequenzen dieser Studie auf dem Internisten-Update in Wiesbaden zusammen: Die Ergebnisse begründen die Empfehlung einer zeitnah durchzuführenden Darmspiegelung nach Abklingen der akuten Entzündung. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass dieses Risiko bei kompliziertem Verlauf der Divertikulitis noch einmal deutlich gesteigert sei. Resümee von Professor Layer: “Hier ist die Nachsorge-Koloskopie obligat.” Quelle: Ärzte Zeitung online vom 25.11.2019, Text: Dr. Hansjörg Meyer, Stiftung LebensBlicke.

Grüntee-Extrakt: MIRACLE-Studie wird derzeit ausgewertet

MiracleDie MIRACLE-Studie, die weltweit größte Studie zur Frage, ob die regelmäßige Einnahme von Grüntee-Extrakt das Wiederauftreten von Kolonpolypen verhindern kann, wird nach mehreren Jahren Laufzeit aktuell ausgewertet. Insgesamt haben über 1.000 Menschen an der Studie teilgenommen. Erste Daten zur Studie wurden auf dem diesjährigen ESMO- Kongress präsentiert. Aktuell werden weitere Auswertungen vorgenommen, die dann alle in eine Publikation eingehen. Sobald die Auswertungen abgeschlossen ist, berichten wir ausführlich über die Ergebnisse. Die Studie wird u.a. von der Stiftung LebensBlicke unterstützt.

Videokapsel zur Verbesserung der Darmkrebs-Früherkennung

In der Nationalen Dekade gegen Krebs werden Studien gefördert, die zur Verbesserung von Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen beitragen. Eine der geförderten Studien prüft, ob Kapsel-Untersuchungen beim Hausarzt im Vergleich zum Standard (Koloskopie beim Gasterenterologen) die Teilnahme am Darmkrebs-Screening erhöhen können. Projektleiter ist Prof. Dr. Jörg Albert vom Robert-Bosch-Centrum für Tumorerkrankungen in Stuttgart, Mitglied des Expertenbeirats der Stiftung LebenBlicke, die diese Studie auch nachhaltig unterstützt.

Studie zu Methadon in der Krebstherapie startet 2020

Erstmals wird im Rahmen einer klinischen Studie die Wirkung von Methadon bei der Tumortherapie untersucht. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die Studie mit einem Betrag von 1,6 Millionen Euro. Professor Dr. Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Ulms und zugleich Antragsteller der Studie erklärt, die Studie wird “die Wirkung von Methadon in der Therapie des fortgeschrittenen Dickdarmkrebses wissenschaftlich und ergebnisoffen untersuchen”. Gestartet werde die Studie voraussichtlich Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2020. Für die Studie kommen Patient*innen mit fortgeschrittenem Dickdarmkrebs in Frage, bei denen keine weitere, etablierte Therapieoption mehr zum Einsatz kommen kann. Die Hypothese der Studie ist, dass Methadon den Tumor wieder empfindlich für die Chemotherapeutika machen kann, was zu einer besseren Wirkung der Chemotherapeutika führen soll. Etwa 70 Patient*innen werden an der Studie teilnehmen.

Was bringt die 2. Vorsorgekoloskopie nach 10 Jahren?

Seit 2002 ist die Vorsorgekoloskopie (VK) im Rahmen der Darmkrebsvorsorge für Männer und Frauen ab 55 Jahren in Deutschland etabliert. Seit dem 1. Juli 2019 wird die Untersuchung für Männer schon ab 50 Jahren angeboten. Bei unauffälliger erster Untersuchung und ohne ein familiäres oder genetisches Risiko wird im Rahmen der Darmkrebsvorsorge eine zweite Untersuchung nach zehn Jahren empfohlen und finanziert. Dieses Zeitintervall wurde bisher nicht aus prospektiven klinischen Studien abgeleitet, sondern aus wenigen klinischen Beobachtungen und theoretischen Modellen zum Darmkrebswachstum approximiert. Diesen Mangel an empirischer Evidenz versucht nun die Arbeitsgruppe um Professor Hermann Brenner aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) zu überwinden. In einer aktuellen Arbeit, publiziert im BMJ am 13. November 2019 haben Thomas Heisser und Kollegen eine Meta-Analyse zum Thema vorgelegt (1). Weiterlesen