Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge

Liebe Leserinnen und Leser, Freunde und Mitstreiter,

die Corona Pandemie hält uns weiter in Atem. Sie hatte bisher schon große Auswirkungen auf Aktivitäten der Stiftung LebensBlicke. Nahezu alle Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden. Online Konferenzen ersetzen derzeit Präsenzveranstaltungen! Nach Ende des ersten Lockdowns im Frühjahr letzten Jahres und einer gewissen Leichtfertigkeit im Umgang mit den AHA + L Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken + Lüften) sind die Infektionszahlen im Herbst/Winter und im März wieder angestiegen, diesmal sehr viel höher. Mit der Folge, dass nach einem zweiten nun ein dritter Lockdown erfolgt ist, der wahrscheinlich noch Wochen anhalten wird. Die Menschen haben daher wieder große Angst, sich mit dem Virus anstecken zu können. Die Stiftung hat sich darauf eingestellt und wird vermehrt von den digitalen Möglichkeiten Gebrauch machen. Corona-Prävention kann Leben retten, die Darm-Prävention rettet Leben schon seit vielen Jahren! Herzlichen Dank dafür, dass Sie unsere Webseiten besuchen und sich über Aktuelles zur Darmkrebsvorsorge informieren. Bitte unterstützen Sie uns in dieser schweren Zeit!

Dear international users, Dear international users, we appreciate very much your continuous visit of our website. Apparently in the corona pandemic our news are still of special interest and value for you. Lebensblicke Foundation will make intense efforts now and in the future to keep its website modern, instructive and varied. Please do support us along your personal possibilities.

In diesem Sinne herzlichen Dank für das Interesse. Thank you very much and please stay interested!
Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke



Metaanalyse definiert Nachsorgeintervall für Darmpolypen

Die deutschen S3-Leitlinien für das kolorektale Karzinom sehen für die Polypen-Nachsorge vor, dass bei Patienten mit 1 oder 2 Adenomen <1cm ohne höhergradige intraepitheliale Neoplasie eine Kontrollkoloskopie nach 5-10 Jahren erfolgen sollte (Empfehlungsgrad B, Level of evidence b). In einem aktuellen, systematischen Review und einer Metaanalyse hat eine internationale  Autorengruppe festgestellt, dass im Langzeitverlauf das Risiko, an einem metachronen kolorektalen Karzinom zu erkranken und daran zu sterben, signifikant höher ist, wenn eine hochgradige intraepitheliale Neoplasie im Adenom vorliegt. Dagegen haben Patienten mit niedriggradiger intraepithelialer Neoplasie bei der Indexkoloskopie im Langzeitverlauf ein ähnliches Risiko wie Patienten ohne Adenome. Die Autoren stellen daher fest, dass die Nachsorge von Patienten mit kleinen low grade-Adenomen ähnlich der von Menschen ohne Polypen gehandhabt werden sollte. Professor Riemann: „Diese exzellente Zusammenstellung der internationalen Literatur unterstreicht, dass die Polypen-Nachsorge bei dieser Konstellation großzügig gehandhabt und den Leitlinien entsprechend eher später erfolgen sollte. Diese Mitteilung kann auch ein Beitrag dafür sein, bei der Befundbesprechung den Betroffenen die Angst vor einer Krebsentstehung zu nehmen, obwohl Polypen gefunden wurden!“ (Duvvuri A, Chandrasekar VT, Srinivasan S et al. Gastroenterology 2021;160:1986-1996)

“Rote Karte für den Darmkrebs” beim Symposium Vision Zero

“Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung. Das bedeutet Wandel und muss sich auch bei der Einladung zur Darmkrebsvorsorge widerspiegeln”, mahnt Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke, nicht nur auf Twitter zum 7. Interdisziplinären Symposium “Vision Zero – Die Neuvermessung der Onkologie“, sondern auch als teilnehmender Referent zum Thema “Rote Karte für den Darmkrebs”. Das zweitägige Symposium in Berlin bzw. zusätzlich via Live-Stream ging gestern erfolgreich zuende. Veranstaltet wurde es vom Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., München, in Zusammenarbeit mit Vision Zero e.V., Berlin.

WebSeminar der Stiftung: Referate empathisch und spannend

Viele spannende Details kamen am 02.06.2021 beim WebSeminar der Stiftung LebensBlicke zum Thema “Vorbereitung zur Koloskopie – was ist wichtig?” zur Sprache. Das Online-Seminar mit spannenden und mit Empathie vorgetragenen Referaten richtete sich in erster Linie an Ärzte und medizinische Fachangestellte. Mit dabei waren: Prof. Dr. Michael Jung (Moderation), Prof. J.F. Riemann (Begrüßung und Einführung), Dr. Dagmar Mainz (Vorgespräch und Aufklärung zur Koloskopie), PD Dr. Benjamin Walter (Digitale Ansätze zur Verbesserung der Koloskopievorbereitung), Petra Labonte (Geräteaufbereitung und Hygienemanagement in der Endoskopie). Das WebSeminar wurde freundlicherweise von Norgine Deutschland unterstützt. (Agenda)

Darmkrebs-Präventionspreis: Bewerbungen ab sofort möglich

Die Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs schreibt jährlich einen Preis für hervorragende Arbeiten im Bereich der Darmkrebsvorsorge und -früherkennung aus. Der Darmkrebs-Präventionspreis ist mit 4.000,- € dotiert und wird von der Servier Deutschland GmbH gestiftet.  Eine Bewerbung um den Präventionspreis 2022 ist ab sofort möglich. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Hier gehts zu den Ausschreibungsunterlagen 2022.

Warnung: dicke Kinder haben ein erhöhtes Gesundheitsrisiko

Übergewicht und Adipositas sind Risiko-Faktoren für erhebliche Folgeprobleme wie kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Arthrosen und mehr. In einem Interview mit der Stiftung hat der Ernährungswissenschaftler Prof. Manfred J. Müller gerade auf die Probleme und Ursachen hingewiesen. Die Stiftung LebensBlicke hat schon vor Jahren mit der Beteiligung an dem Projekt „Frühkindliche Ernährung in der Metropolregion Rhein Neckar“ auf diese Entwicklung reagiert.  Jetzt haben australische Forscher erneut eindringlich darauf hingewiesen, dass Kinder-Adipositas deren Gesundheit ruiniert. Sie kann zum „kardiometabolischen Syndrom“ führen, das bekanntermaßen mit erheblichen Langzeitproblemen verbunden ist. Erschreckend war, dass übergewichtige Kinder im Alter von 11-12 Jahren über die Beobachtungsdauer ein zunehmendes metabolisches Risiko entwickeln. Das sollte Eltern hellhörig machen und sich dieser Problematik bewusst werden und ggfs. veranlassen, auch ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Einmal dick, immer dick kann und darf keine Perspektive sein!

US-Gastroenterologen: Darmkrebsvorsorge bereits mit 45!

Die amerikanischen Gastroenterologen unterstützen die Empfehlung der U.S. Preventive Services Task Force, eines unabhängigen Expertengremiums, die Darmkrebsvorsorge in den USA bereits mit 45 Jahren zu beginnen. Hintergrund ist sicher die steigende Darmkrebs-Inzidenz auch in den Jahrgängen unter 50 Jahren. Es ist noch eine Grad B, also „Sollte”-Empfehlung: Es gibt eine gut durchgeführte, aber nicht randomisierte klinische Studie mit direktem Bezug zur Empfehlung oder die Empfehlung kann mit hinreichender Evidenz aus anderen Studien abgeleitet werden.

Audio-Podcast zum Cancer Survivor – mit Stephan Pregizer 

Stephan Pregizer – Gründer der German Cancer Survivors GbR, einer Plattform für Menschen nach und mit Krebs, im Interview mit Prof. Riemann von der Stiftung LebensBlicke –  ein sehr gelungener Zusammenschnitt des Interviews „Zurück ins Leben“, den Sie hier hören können. Der Moderator erzählt eindrucksvoll über seine Begegnungen mit Krebspatienten, seine Angebote zur professionellen Hilfe für Betroffene und seine Motivation, sich nachhaltig und unermüdlich für die Belange der Cancer Survivors einzusetzen.