Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge

Liebe Leserinnen und Leser, Freunde und Mitstreiter,
die Corona-Pandemie hält uns nach wie vor in Atem. Konferenzen werden derzeit entweder online oder hybrid abgehalten. Die Stiftung nutzt auch in den nächsten Monaten überwiegend die digitalen Möglichkeiten. Nach wie vor gilt: die Corona-Prävention kann Leben retten, die Darmkrebs-Prävention rettet schon seit Jahrzehnten Leben. Herzlichen Dank dafür, dass Sie unsere Webseiten besuchen und sich über Aktuelles rund um die Darmkrebsvorsorge informieren. Bitte unterstützen Sie uns in dieser schweren Zeit!

Dear international users, we appreciate very much your continuous visit of our website. Apparently in the corona pandemic our news are still of special interest and value for you. Lebensblicke Foundation will make intense efforts now and in the future to keep its website modern, instructive and varied. Please do support us along your personal possibilities.Thank you very much and please stay interested!

Professor Dr. Jürgen F. Riemann - Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke



Stolz auf 20 Jahre Darmkrebs-Vorsorge!

Die Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs blickt mit Stolz auf 20 Jahre Darmkrebs-Vorsorge in Deutschland. Diese zwei Jahrzehnte haben mit immer weiterentwickelten Vorsorgeprogrammen entscheidend dazu beigetragen, dass Neuerkrankungsraten und Sterblichkeit an Darmkrebs bereits um bis zu 30% zurückgegangen sind. Zahllose Menschen verdanken dieser Entwicklung ihr Leben. Darmkrebs gehört dennoch unverändert zur Spitzengruppe der Krebserkrankungen für Frauen und Männer. Die Stiftung mahnt daher zugleich, dass die Teilnahmeraten an der Darmkrebsvorsorge deutlich verbessert werden müssen. Es sollte eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein,  alle Menschen aufzufordern, mit 50 Jahren für sich und für ihre Familien die Darmkrebsvorsorge in Betracht zu ziehen. Vorsorge bringt Dich nicht um, Darmkrebs schon!

“Green Endoscopy“ – Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen

Hunderttausende gingen zuletzt während der “Fridays for Future” Bewegung für mehr Ökologie und Klimaschutz auf die Straße und demonstrierten für mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit endlichen Ressourcen. Auch in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen nimmt dies einen immer höheren Stellenwert ein. Der Gesundheitssektor ist für 5,6% aller deutschlandweiten C02-Emissionen verantwortlich, insbesondere durch den hohen Energieverbrauch und den anfallenden Müll von 6kg/Tag pro Patient. Dabei sind heute die Endoskopie-Abteilungen neben OP und Radiologie die 3. größten Müllverursacher in den Kliniken. Flexible Endoskopien stellen einen potentiellen Risikofaktor für klinisch bedeutsame Infektionen dar. Relevant sind dabei exogene Infektionen, die durch eine Übertragung von kontaminiertem Material über Endoskope und des endoskopischen Zubehörs (Zangen, Schlingen, Clips etc.) auftreten können. Der Trend zum endoskopischen Einweginstrumentarium begann vor über 20 Jahren, und inzwischen sind fast alle in der flexiblen Endoskopie verwendeten Produkte Einmalmaterialien. In den letzten 5 Jahren wird vermehrt über den Einsatz von Einmal-Endoskopen diskutiert, Weiterlesen

Darmmikrobiom: Neues vom Kongress Viszeralmedizin

Die Darmreinigung vor Koloskopie ist zwingend erforderlich. Sie beeinflusst das Darmmikrobiom in erheblichem Ausmaß, was u. U. zu Beschwerden führen kann.  Labenz et. al. haben  in einer randomisierten, doppelblinden plazebokontrollierten Multicenter-Studie (COLONIZE) den Effekt eines Multispezies Probiotikums auf den Wiederaufbau des intestinalen Mikrobioms nach einer oralen Darmlavage untersucht. Die Teilnehmer erhielten 30 Tage lang nach der Vorsorge-Koloskopie ein Probiotikum mit verschiedenen Bakterienstämmen. Das Mikrobiom wurde analysiert (16S rRNA-Sequenzierung) vor der Darmspiegelung und 30 Tage danach. In einem Stuhltagebuch wurden Beschwerden, Stuhlbeschaffenheit und –frequenz erfasst. Die Auswertung ergab eine höhere Veränderung der Alpha-Diversität des Mikrobioms in der Verum Gruppe (n=45) gegenüber der Placebogruppe (n=42). Zudem führte die Probiotika-Gabe zu einer signifikanten Erhöhung der Häufigkeit von E. faecium W54. Die Autoren resümieren, dass sich postinterventionelle Darmbeschwerden über 30 Tage nach einer Darmlavage nach Einnahme eines speziellen Multispezies-Probiotikums reduzieren lassen und dass das Darmmikrobiom positiv beeinflusst wird. Dr. Hans Jörg Meyer, Uetersen; Quelle:  J. Labenz et. al, (Abstract DGVS 2022)

Kardiovaskuläre Sekundär-Prävention geht neue Wege!

Die medikamentöse Therapie zahlreicher auch kardiovaskulärer Erkrankungen ist häufig mit der Mehrfach-Einnahme von Medikamenten verbunden und daher nicht immer Patienten freundlich. Erste Versuche, wichtige Bausteine in einer Pille, der sogenannten Polypill zu vereinen, waren aussichtsreich. In einer prospektiven randomisierten kontrollierten Studie konnten spanische Wissenschaftler jetzt tatsächlich zeigen, dass diese „Polypill-Strategie“ [Kombination aus ASS 100 mg, Ramipril 2.5, 5 oder 10mg sowie Atorvastatin 20 oder 40 mg] zu einer signifikanten Reduktion kardiovaskulärer Komplikationen nach durchgemachtem Herzinfarkt führt im Vergleich zur üblichen Nachsorge. Das ist für die Sekundär-Prävention betroffener Patienten wirklich eine gute Nachricht (New Engl J Med 2022; 387: 967-77).

Nutzen der Bewegungstherapie bei Krebserkrankungen

Dass Bewegung bei den meisten Krebserkrankungen von unschätzbarem Wert ist, darf inzwischen als gesichert gelten. Die Stiftung LebensBlicke hat diesem Thema auch ein spezielles WebSeminar gewidmet, dass am 12. Oktober gesendet wird. In einem aktuellen Dossier der DMW zeigen Mediziner des Universitätsklinikums Köln noch einmal sehr klar auf, was eine individualisierte Bewegungstherapie bei onkologischen Patienten zu leisten vermag. Sie schreiben als Fazit, dass durch körperliche Aktivität Nebenwirkungen wie zum Beispiel dem Fatigue Syndrom oder der Polyneuropathie entgegengewirkt werden und damit eine deutlich verbesserte Lebensqualität erreicht werden kann. Entscheidend sei die Trainingssteuerung! Dieser Übersichtsartikel ist für Ärztinnen und Ärzte sowie für medizinisches Fachpersonal außerordentlich empfehlenswert,  wenn sie betroffene Patienten beraten, wie sie Bewegungsabläufe in ihr Behandlungsprogramm einbauen respektive wo sie entsprechende Hilfen einholen können (Siebert S, Kersten J, Theurich S et al. Körperliche Aktivität bei Krebs – Wirksamkeit bewegungstherapeutischer Ansätze. Dtsch  Med Wochenschr 2022; 147: 831-839).

Auch zweijährliches FIT-Screening reduziert Darmkrebsrisiko!

Für das Darmkrebs-Screening ist ein niederschwelliges Testangebot unverzichtbar. Das deutsche Screening-Programm sieht eine jährliche Testung mittels FIT-Test von 50-55 Jahren und danach zweijährlich vor, wenn keine Koloskopie in Anspruch genommen wird. Taiwanesische Forscher haben nun anhand einer großen Kohorte (>5.000.000 Screening-Teilnehmer) untersucht, wie sich ein zweijährliches FIT-Screening langfristig auf Inzidenz und Mortalität von Darmkrebs auswirkt. Sie haben nicht unerwartet bestätigt, dass auch diese Zeitspanne zu einer signifikanten Inzidenz-Reduktion um 34 % und Mortalitäts-Reduktion um 40 % führt. „Diese Studie untermauert auch den Vorschlag, das deutsche FIT-Screening auf Basis einer zweijährlichen Einladung zu vereinfachen, so Prof. Dr. J. F. Riemann, Stiftung LebensBlicke (Chiu H-M, Jen GH-H. Wang Y-W et al. Long-term effectiveness of faecal immunochemical test screening for proximal and distal colorectal cancers. Gut:2021:70; 2321-2329).

Lebenslanges Übergewicht und Darmkrebsrisiko

Übergewicht ist ein wichtiger Faktor für das erhöhte  Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Unterschätzt wurde bisher, wie groß der Einfluss eines lebenslangen Übergewichts auf dieses Risiko ist. Die Rate übergewichtiger Kinder ist zunehmend; Pädiater warnen, dass Übergewicht im Kindesalter wie bei heranwachsenden Jugendlichen nur schwer zu beeinflussen ist. Heidelberger Forscher haben in einer Vergleichsstudie jetzt festgestellt, dass lebenslanges Übergewicht gegenüber Menschen mit normalem Gewicht zu einer erheblichen Risikosteigerung führt. Das erklärt auch, warum immer mehr junge Erwachsene an Darmkrebs erkranken. Kommentar Prof. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke: „Die Studie zeigt einmal mehr, dass Primärprävention schon im Kindesalter anfangen und Jugendliche begleiten müsste. Es sollte daher auch gelingen, Influencer von dieser Botschaft zu überzeugen und in den sozialen Medien der jüngeren Klientel zu vermitteln (LI X ,Jansen L, Chang-Claude J  et al. Risk of Colorectal Cancer Associated with Lifetime Excess Weight.  JAMA Oncol 2022; 8:730-737).

WebSeminar am 12.10.22: Krebs kann Bewegung nicht leiden!

Die Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs – organisiert gemeinsam mit dem Netzwerk OnkoAktiv (Onkologische Sport- und Bewegungstherapien am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg), am Mittwoch, 12. Oktober 2022 von 16.30 bis 18 Uhr, ein WebSeminar zum Thema “Krebs kann Bewegung nicht leiden!”. Das Online-Seminar richtet sich an Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen, Pflegepersonal, Patientinnen und Patienten und deren Angehörige sowie an alle Interessierte. Das Netzwerk OnkoAktiv zertifiziert onkologische Sport- und Bewegungsangebote in ganz Deutschland und ermöglicht ein wohnortnahes Training für Krebspatienten aller Erkrankungsformen. Dafür arbeitet das Netzwerk mit Ärzten, Kliniken und Fachkräften zusammen. Themen des WebSeminars werden sein: “Häufige Krebserkrankungen und ihre Prognose” (Prof. W. Fischbach, Vorsitzender Gastro-Liga und Lehrbeauftragter TH Aschaffenburg), “Leben nach und mit Krebs – was kann helfen?” (Prof. A. Mehnert-Theuerkauf, Universitätsklinikum Leipzig, Leiterin Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie), “Was ist ein Cancer Survivor?” (S. Pregizer, Initiator von Cancer Survivor – Menschen mit Krebs, Berlin) und “Wie ‘geht’ das mit der Bewegung? Evidenz und Ressourcen mit OnkoAktiv” (PD Dr. J. Wiskemann, Vorstandsvorsitzender und Gründer von OnkoAktiv e.V.). Moderatoren sind Professor J. F. Riemann (Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke) und PD Dr. J. Wiskemann (Vorstand OnkoAktiv). Die Veranstaltung wird freundlicherweise unterstützt von Roche Diagnostics Deutschland GmbH und findet in Kooperation mit dem Netzwerk OnkoAktiv e.V. und “Cancer Survivors – Menschen mit Krebs” statt. Zugang hier (keine Anmeldung notwendig, keine CME-Punkte).